Digitale Edition Rundbriefe des Zentralinstitutes für Theaterwissenschaft an der Universität Wien 1943-45
Digitale Edition des 1. Rundbriefs 1943
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Zentralinstitut für Theaterwissenschaft

an der Universität Wien

Wien, I., Hofburg, Batthianystiege, I. Stock – Fernruf R-20-5-20

Liebe Kameraden!

Schon auf die ersten Zeitungsnotizen über die Gründung eines Zentralinstituts für Theaterwissenschaft hin hat sich eine größere Zahl von zur Wehrmacht einberufenen Studierenden gemeldet, die fernbetreut werden wollten. Es war für alle, die bei der Errichtung des Zentralinstituts mit am Werke waren und sind, eine große Freude, diese rege Anteilnahme gerade auch aus dem Feld zu erfahren. War sie doch ein Beweis dafür, daß diejenigen einen notwendigen und richtigen Weg einschlugen, die noch inmitten des Krieges die Schaffung dieses Zentralinstituts im Zusammenhang mit dem neuen Lehrstuhl für Theaterwissenschaft an der Wiener Universität veranlaßt hatten. Zugleich gab ihnen diese Anteilnahme aus dem Feld die Gewähr, daß sie ihre Arbeit nicht nur für heute, sondern erst recht für morgen, besonders für die einst aus dem Feld Heimkehrenden, verrichten.

Mit dem vorliegenden Rundbrief nehmen wir eine erste Fühlung mit all den fernzubetreuenden Kameraden auf und begrüßen Sie herzlich als fachlich Gleichstrebende. Wir drucken Teile aus den Reden des Rektors der Universität Wien, Univ.-Prof. Dr. Pernkopf, und des Lehrstuhlinhabers und Institutsdirektors, Univ.-Prof. Dr. Heinz Kindermann, anläßlich der am 25. Mai 1943 stattgefundenen Eröffnung des Zentralinstituts für Theaterwissenschaft ab. Sie geben auch auf viele der Fragen Antwort, die in den Briefen von der Front immer wieder an uns gestellt werden.

Dem Leiter des Zentralinstituts für Theaterwissenschaft stehen zwei wissenschaftliche Hilfskräfte, Fräulein Margret Dietrich und Fräulein Gustave Schiffer, zur Seite. Ein ganzer Stab von reiferen Studentinnen der Theaterwissenschaft ist unter der Leitung von Dipl.-Bibliothekarin Meyer außerdem eingesetzt, um die große theaterwissenschaftliche Fachbibliothek (darunter die stattliche Busch-Bibliothek, eine Leihgabe der Stadt Münster) des Zentralinstituts zu katalogisieren. Zunächst wird der Verfasserkatalog

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2 2 angelegt, der bis Ende des Sommersemesters fertiggestellt sein dürfte. Während der Sommerferien wird sodann der Schlagwortkatalog angelegt. Auch dafür steht ein Stab von Studentinnen zur Verfügung, die, nach abgeleistetem Fabrikseinsatz, hier ihren neuerlichen Arbeitseinsatz ableisten.

Das Zentralinstitut für Theaterwissenschaft ist im Reichskanzleitrakt der Wiener Hofburg untergebracht (fünf Minuten von der Universität entfernt). Es verdankt seine schönen Räume der Wiener Reichsstatthalterei, besonders dem nun zur Wehrmacht einberufenen Generalkulturreferenten Thomas, der auch sonst in all den Monaten des Entstehens keine Mühe scheute, um alle die vielen kriegsbedingten Schwierigkeiten aus dem Weg zu räumen. Man tritt vom Michaelerplatz her (auf dem einst das alte Burgtheater stand) in die gewaltige Michaelerkuppel und wendet sich dort rechter Hand zur Batthianystiege. Hier stehen sechs festlich-hohe Räume mit alten olivgrünen Hoftapeten, reichen Kristalllustern, weißen Kachelöfen und großen Rundbogenfenstern nach dem Michaelerplatz zur Verfügung. Außerdem gehören noch neun weitere, auf einen der Höfe der Burg führende Räume dem Zentralinstitut. Vorerst wurden die sechs Vorderräume eingerichtet. Die übrigen Räume folgen im Sommer und Herbst. Jeder der Säle ist nach einem Großen des deutschen Theaters benannt, dessen Bild oder Bildnisrelief den betreffenden Raum ziert. So wurde der Übungssaal mit seinen grünen Tischen für 60 Teilnehmer und mit seinem schön geschnitzten Podium nach einem lebensgroßen Bild von Kainz als Don Carlos Kainz-Raum benannt. Ihm schließt sich der kreisrunde Schreyvogel-Saal (geziert mit einem Schreyvogel-Relief von Otto Treßler) an, der als Ausstellungsraum Verwendung findet und in dem stets alle die Stiche, Photos, Bühnenbildmodelle und seltenen Drucke Aufstellung finden, die eben bei den theaterwissenschaftlichen Übungen der Ober- oder Unterstufe sowie bei den programmatisch angesetzten gemeinschaftlichen Forschungsarbeiten des Instituts benötigt werden. Es handelt sich dabei zum großen Teil um Objekte aus dem Eigenbesitz des Zentralinstituts, zum Teil aber auch um Leihgaben aus der Theatersammlung der Nationalbibliothek, die im selben Trakt der Hofburg (ein Stockwerk höher) untergebracht ist. Die beiden Bibliothekssäle des Zentralinstituts sind nach Mitterwurzer und Charlotte Wolter, das Zimmer der Assistentinnen ist nach dem großen Volksdarsteller und Volksdramatiker Raimund, das Direktorzimmer nach dem Burgtheaterdirektor Freiherrn von Berger benannt.

Außer der stattlichen Fachbibliothek verfügt das Zentralinstitut noch über eine größere Sammlung theaterwissenschaftlicher

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3 Bildwerke. Eine Sammlung von Bühnenbildmodellen ist im Aufbau begriffen. Eine Diapositivsammlung unterstützt die Vorlesungs- und Übungsarbeit. Ein Schallplattenarchiv folgt. Theaterzettel- und Besprechungssammlungen sowie eine Reihe von Spezialsammlungen, von denen erst später gesprochen werden kann, sind in Vorbereitung.

Das Studium der Theaterwissenschaft dauert, wie das der übrigen geisteswissenschaftlichen Fächer, auf Grund einer theaterwissenschaftlichen Dissertation 7–8 Semester. Es wird mit dem Doktorexamen (Dr. phil.) abgeschlossen. Da Theaterwissenschaft ein sogenanntes „Ein-Fach“ ist, weil nur ein prüfungsberechtigter Professor dieses Faches vorhanden ist, muß der Prüfungskandidat für das Doktorexamen aus dem Hauptfach noch einen zweiten Prüfer wählen (Ergänzungsfach), etwa einen der Professoren der Germanistik, Romanistik, Anglistik, Slawistik, Musikwissenschaft, Kunstgeschichte, Geschichte, Zeitungswissensschaft usw. Außerdem sind zwei Nebenfächer erforderlich, deren eines an Philosophie gebunden ist und deren anderes aus den oben genannten geisteswissenschaftlichen Fächern entnommen werden kann. Dabei können Doppelfächer, wie die Germanistik, geteilt werden. Man kann also z. B. den Literarhistoriker als zweiten Prüfer im Hauptfach (Ergänzungsfach) und Altgermanistik als Nebenfach wählen oder umgekehrt. Aber auch alle die übrigen Kombinationen sind je nach Anlage und Arbeitsgebiet möglich. Man kann Theaterwissenschaft aber auch als Nebenfach neben einem geisteswissenschaftlichen Hauptfach studieren. Wir stehen für die Beratung in diesen Fragen gerne in jedem einzelnen Fall zur Verfügung.

Im Sommersemester 1943 wurde vorerst von Prof. Kindermann ein Hauptkolleg über „Das Nationaltheater der deutschen Klassik“, ein theaterwissenschaftliches Oberseminar über das Barocktheater und eine theaterwissenschaftliche Unterstufe (Einführung in die Grundlagen der Theaterwissenschaft) gehalten. Im Wintersemester 1943/44 wird der Arbeitsplan in erweiterter Form fortgesetzt werden. Das Hauptkolleg von Prof. Kindermann wird das deutsche und europäische Theater des Mittelalters behandeln. Die theaterwissenschaftlichen Übungen der Oberstufe werden dem Wesen und der Geschichte der Regie, die der Unterstufe der Schauspielkunst des 19. Jahrhunderts gewidmet sein. Außerdem werden im Rahmen des Zentralinstituts der Dozent für nordische Philologie und Dramaturgie Dr. Börge ein Kolloquium über praktische Dramaturgie und der Leiter der Schauspielschule des Burgtheaters, Dr. Niederführ, ein Kolloquium über praktische Bühnenkunde halten. Ein Lehrgang für künftige Kunstbetrachter wird sich anschließen.

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4 Eine Reihe von Regisseuren und Bühnenbildnern werden in Einzelvorträgen vor den Institutsmitgliedern über ihre Arbeit sprechen. Im Zusammenhang damit werden wichtige Aufführungen der Wiener Theater, aber auch Proben gemeinsam besucht. Große Sonderveranstaltungen für die Allgemeinheit, wie sie schon im Sommersemester stattfanden, werden auch im Winter folgen.

So stehen all denen, die Theaterwissenschaft als Haupt- oder Nebenfach studieren wollen, um später als Dramaturgen oder Regisseure, Intendanten oder Kunstbetrachter, Verlagslektoren oder Kulturreferenten der einzelnen Dienststellen zu wirken, reiche Möglichkeiten zur Ausbildung zur Verfügung. Zu ihnen gehört nicht zuletzt der ständige Kontakt zwischen Wissenschaft und Kunst, wie er sich hier Tag für Tag ergibt, und die Aussprachemöglichkeiten mit jenen Forschern, deutschen und ausländischen, die am Zentralinstitut arbeiten.

Wir werden diese Rundbriefe etwa dreimal jährlich an alle Fernbetreuten und an die zur Wehrmacht abgegangenen ehemaligen Institutsmitglieder senden und dabei vom nächsten Rundbrief an Anleitungen zur selbständigen Vorarbeit geben, einzelne wichtige Probleme der Theaterwissenschaft aufgreifen usw. Für diesmal fügen wir, als erste Einführung in neue Fragestellungen, die jüngst erschienene Untersuchung des Unterzeichneten „Theater und Nation“ bei.

Wir bitten, uns wieder zu schreiben und uns vertrauensvoll offen gebliebene Fragen vorzulegen. Wir werden bemüht sein, sie nach bestem Wissen in kurzer Frist zu beantworten. Veränderungen der Feldpostnummer bitten wir uns jeweils unverzüglich bekanntzugeben.

Allen Fernbetreuten wünschen wir indessen für die nächste Zeit ein freundliches Geschick.

Juni 1943.

Im Namen aller Mitarbeiter und Mitglieder des Zentralinstitus für Theaterwissenschaft:

Heinz Kindermann.
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Michaelerkuppel und Reichskanzleitrakt der Wiener Hofburg, die Rundbogen-Fensterfront des Zentralinstituts für Theaterwissenschaft

Ganzseitige Fotografie des ehemaligen Zentralinstituts für Theaterwissenschaft.
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Der große Bibliothekssaal (Mitterwurzer-Raum)

Ganzseitige Fotografie des ehemaligen großen Bibliothekssaals (Mitterwurzer-Raum) in der Wiener Hofburg.
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Theaterwissenschaft als Lebenswissenschaft.

Aus der Ansprache von Univ.-Prof. Dr. Heinz KINDERMANN anläßlich der Eröffnung des Zentralinstituts für Theaterwissenschaft an der Universität Wien am 25. Mai 1945.

Schon seit geraumer Zeit trug sich der Herr Reichserziehungsminister mit dem Plan, an einer der deutschen Universitäten ein Zentralinstitut für Theaterwissenschaft zu errichten. Mit solch einem Zentralinstitut soll der noch jungen Theaterwissenschaft ein Kristallisationspunkt gegeben werden, von dem aus ihre fundamentalen Methoden so zu entwickeln wären, daß die gesamte deutsche, aber auch die europäische Theaterwissenschaft von ihnen in großzügigen Forschungsaufgaben und in enger Zusammenarbeit endlich das ganze lebendige Zusammenspiel der Kräfte zu überschauen, zu umgrenzen und zu ergründen vermöchte.

Man schwankte eine Weile, ob man dieses Zentralinstitut nach dieser oder jener Universitätsstadt verlegen sollte. Schließlich aber gab der Hinweis des Herrn Reichsleiters von Schirach, daß Wien anerkanntermaßen die an theatralischer Tradition und an Theaterfreude reichste Stadt der Deutschen sei und daß hier für dieses Arbeitsgebiet Möglichkeiten vorhanden seien wie sonst nirgends in Europa, den Ausschlag.

So entschloß sich der Herr Reichserziehungsminister, dieses Zentralinstitut für Theaterwissenschaft nach Wien zu verlegen und der Wiener Universität dadurch einzugliedern, daß er es mit dem an der Wiener Universität neugegründeten Lehrstuhl für Theaterwissenschaft verband.

Mit Erlaß vom 19. Januar 1943 berief mich der Herr Reichserziehungsminister auf diesen Lehrstuhl und erteilte mir gleichzeitig den Auftrag zur sofortigen Errichtung des Zentralinstituts für Theaterwissenschaft.

Man entschloß sich, dieses Institut noch inmitten des großen Völkerringens zu schaffen, weil ja gerade jetzt die brennende Lebensnotwendigkeit des Theaters auch inmitten des Krieges und damit jeglicher schwerwiegenden Phase der Volksentwicklung erkannt wurde und weil man wünscht, daß von diesem Zentralinstitut gerade auch dem Forschungsbereich Theater und Nation besondere

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6 Beachtung geschenkt werden soll. Im augenblicklichen Stadium der Theaterwissenschaft ist uns wie nie zuvor klargeworden, daß jede ästhetische und jede geistesgeschichtliche Feststellung in diesem Bereich zugleich volksgeschichtliche, vielleicht sogar völkergeschichtliche Bedeutung besitzt.

Darüber hinaus aber besteht der Wunsch, daß die Ausbildung der Dramaturgen, Regisseure, Bühnenbildner, Kunstbetrachter, also derjenigen Berufe, die dem Theater unmittelbar zu dienen haben und die neben ihrer praktischen Schulung dringend einer theaterwissenschaftlichen Fundierung bedürfen, auch während des Krieges weitergeführt wird, weil nach einem Entschluß der Reichsregierung das gesamte deutsche Theater im Kriege der Nation in weitgehendem Maße weiterzudienen habe.

So hat das Zentralinstitut für Theaterwissenschaft an der Universität Wien zweierlei Funktionen zu erfüllen:

Es ist erstens das theaterwissenschaftliche Institut der Universität, das für die theaterwissenschaftliche Heranbildung derjenigen Studenten zu sorgen hat, die ihren Doctor phil. auf Grund einer theaterwissenschaftlichen Dissertation erwerben oder die Theaterwissenschaft als Nebenfach neben einem anderen geistesgeschichtlichen Hauptfach, etwa dem der Germanistik, Romanistik, Anglistik, Slawistik, Musikwissenschaft, Kunstgeschichte oder Zeitungswissenschaft, absolvieren wollen.

Außerdem aber ist dieses Zentralinstitut zugleich dasjenige Forschungsinstitut, von dem aus die neuen gemeinsamen Methoden der Theaterwissenschaft in zielbewußter Zusammenarbeit mit all den übrigen Fachleuten entwickelt werden sollen. Von hier aus werden also bestimmte Gemeinschaftsarbeiten der Theaterwissenschafter nach neuen methodischen Grundsätzen ausgehen. Von hier aus werden bestimmte Forschungsaufgaben für jüngere Forscher gestellt werden. Und hier wird ein Forschungsapparat aufgebaut, der von nun an sowohl den deutschen Theaterforschern als auch denen der übrigen Nationen zur Verfügung stehen soll.

In dieser Hinsicht wird sich zweifellos eine enge und freundschaftliche Zusammenarbeit mit den so überaus reichen Wiener Theatersammlungen, besonders mit der Theatersammlung der Nationalbibliothek, mit den Sammlungen der Stadt Wien und den zahlreichen kleineren Sammlungen ergeben. Schon heute darf ich sagen, daß diese Zusammenarbeit in erfreulichem Maße in Gang gekommen ist. Besonders die Theatersammlung der Nationalbibliothek, mit der uns auch eine sehr günstige räumliche Nachbarschaft verbindet, hat uns schon bisher in großzügiger Weise ge

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7 holfen. Sicherlich wird sich schon in Bälde eine Zusammenarbeit mit allen sonstigen theatergeschichtlich interessierten Faktoren Wiens, so auch mit den entsprechenden Abteilungen der Technischen Hochschule und der Akademie der bildenden Künste, aber auch mit allen einschlägigen Vereinigungen in Wien und dem Altreich sowie bei befreundeten Nationen ergeben.

Da wir Theaterwissenschaft nicht als antiquarische, sondern als lebendige, d. h. auch dem Leben dienende und dem Gegenwartsleben und seinem künstlerischen Schaffen verbundene Wissenschaft treiben wollen, hat sich schon seit den ersten Vorarbeiten ein reger Gedankenaustausch und eine gute Zusammenarbeit mit dem deutschen Theater unserer Tage, besonders auch mit dem Wiener Theater, ergeben. Reichsdramaturg Dr. Rainer Schlösser und der mit unserer Vaterstadt im Herzen immer noch verbundene Präsident der Reichstheaterkammer, Paul Hartmann, haben mich ihrer regsten Anteilnahme und Mithilfe versichert.

Mit der Wiener Staatstheaterverwaltung und dem Burgtheater aber verbinden mich die engsten Beziehungen seit jener 17 Jahre zurückliegenden Zeit, in der ich selbst an beiden Institutionen mitarbeiten durfte. Diese Fäden waren nie abgerissen, und die Zusammenarbeit ist nun dank dem Entgegenkommen des Herrn Ministerialdirigenten Dr. Eckmann, des Herrn Generalintendanten Müthel und ihrer Mitarbeiter neuerlich aufgenommen worden. Auch der Brückenschlag zu den übrigen Theatern ist bereits weitgehend vollzogen. Ganz besonders herzlich wird sich die Berührung und das gegenseitige Geben und Nehmen mit der Schauspielschule des Burgtheaters und ihrem Leiter, Herrn Dr. Niederführ, entwickeln.

Um aber auch vom Praktischen der Wirkung ins Weitere her diesen Zusammenhang zu dokumentieren und dabei die notwendige Ergänzung von Wissenschaft und Praxis sichtbar zu machen, wird das Zentralinstitut neben seinen Seminaren und Forschungen und neben Kolloquien über praktische Bühnenkunde ständig eine Reihe von allgemein zugänglichen Sonderveranstaltungen durchführen. Diese Reihe der Sonderveranstaltungen beginnt schon am kommenden Freitag, dem 28. Mai, mit einem Vortrag des Staatsschauspielers Otto Treßler über eines der Kardinalprobleme der Schauspielkunst, nämlich über die „Kunst der Maske“. Am 8. Juni wird zum 100. Todestag Hölderlins eine Veranstaltung „Hölderlin und das deutsche Theater“ folgen, bei der nach einem einleitenden Vortrag von mir Burgschauspieler Aslan, der schon bei der Uraufführung des „Empedokles“ im Weltkrieg mitgewirkt hat, die Ätnaszene aus dem „Empedokles“ lesen wird. Und am 29. Juni wird Direktor

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8 Heinz Hilpert im gleichen Rahmen über die „Formen des Theaters“ sprechen.

Aber auch für die Entwicklung der Forschungsarbeit sind schon einige einleitende Schritte getan worden. Zunächst mußte dafür gesorgt werden, daß dem Zentralinstitut eine Schriftenreihe zur Verfügung stand, in der künftig die im Zusammenhang mit ihm entstehenden wissenschaftlichen Arbeiten sowohl schon gereifter Forscher des In- und Auslandes als auch besonders gelungene Doktorarbeiten veröffentlicht werden können. Für diesen Zweck konnte die älteste theaterwissenschaftliche Schriftenreihe, die 1891 von Prof. Litzmann in Bonn gegründete Reihe „Theatergeschichtliche Forschungen“, übernommen werden. Sie wird von nun an in neuer Folge als offizielle Schriftenreihe des Zentralinstituts für Theaterwissenschaft erscheinen. Einige grundlegend neue und wichtige Themen sind bereits in Arbeit.

Mit zu den vordringlichsten Forderungen gehört es freilich, endlich die bitter empfundene Lücke einer gesamtdeutschen Theatergeschichte zu füllen. Seit Devrients schon um die Mitte des 19. Jahrhunderts entworfener Geschichte der deutschen Schauspielkunst ist dieser Versuch nie mehr unternommen worden. Vor zwei Jahren nun habe ich selbst den Auftrag erhalten, eine „Theatergeschichte des deutschen Volkes“ zu schreiben. Vor kurzem konnte ich einen der drei umfangreichen Bände, und zwar den mittleren Band, der das Nationaltheater der deutschen Klassik behandelt, fertigstellen. Er ist bereits im Satz und wird im Frühjahr 1944 im Zeichen der Institutsarbeit erscheinen.

Drittens sind bereits alle Vorkehrungen zur Herausgabe eines „Reallexikons der Theaterwissenschaft“ getroffen. Denn erst mit Hilfe solch eines Sachwörterbuches und seiner Literaturhinweise kann ja die Forschungsarbeit der jungen Generation in gute Bahnen gelenkt werden. Dieses Reallexikon wird als Veröffentlichung des Zentralinstituts erscheinen und europäisch angelegt sein, ja es wird, wo erforderlich, das ganze Welttheater mit einbeziehen. Schon im kommenden Sommer wird das zugrunde liegende Stichwortregister fertiggestellt werden.

In späteren Zeiten soll sich dann ein „Handbuch der Theaterwissenschaft“ und auch eine europäisch gedachte theaterwissenschaftliche Zeitschrift anschließen.

Es ist mir ein Bedürfnis, am Schluß dieser Darlegungen noch besonders herzlich des engen Zusammenhanges dieses Instituts mit meiner Wiener Heimat-Universität zu gedenken, in die ich nun, nach 16jährigem Wirken im niederdeutschen Raum, nämlich in Danzig und Münster, zurückkehren durfte. Ich grüße in Ihnen,

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9 Magnifizenz, und in Ihnen, Spektabilität, unsere Alma mater und ihre philosophische Fakultät und bitte Sie beide, unser Zentralinstitut unter Ihren Schutz zu nehmen und ihm Ihre Ständige Hilfe zuteil werden zu lassen. Ich grüße zugleich alle diejenigen, die sich im Zusammenhang mit der Wiener Universität schon seit langem, schon seit frühen Versuchen von Karl Glossy, Jakob Minor und manchem anderen immer wieder von Wien aus um die Theaterwissenschaft verdient gemacht haben.

Was mir seit meinem ersten Studiensemester unsere Wiener Universität und unsere Schöne Vaterstadt gegeben hat, das habe ich in all den 16 Jahren als Treuhänder Ostmärkischen Kulturgutes redlich versucht, auch anderen deutschen Landschaften zu vermitteln. Da ich nun wiederkomme, hoffe ich, unserer Universität und ihrem Lehrkörper sowie ihrer Studentenschaft auch mit all dem dienen zu dürfen, was ich draußen, im gesamtdeutschen Raum, auch bei den Volksdeutschen und bei den übrigen europäischen Nationen, vor denen ich oftmals sprechen durfte, gelernt habe.

Daß Sie, verehrte Magnifizenz, als Mediziner in Ihrer Rektoratsrede von der biologischen Grundlegung auch für die Geisteswissenschaften gesprochen haben, ist für uns alle, die, wie ich selbst, schon seit geraumer Zeit versuchen, den uns anvertrauten Wissensgebieten die biologische Fundierung zu geben, eine große Freude gewesen. Ich will versuchen, dieser Auffassung auch hier vom Zentralinstitut für Theaterwissenschaft aus Geltung zu verschaffen, auf daß sie zur wahrhaftigen Lebenswissenschaft werde und auf daß unser Zentralinstitut immer dem Ewig-Lebendigen diene.

In diesem Sinn und mit diesem Ziel vor Augen bitte ich Sie, verehrte Magnifizenz, nun das Zentralinstitut für Theaterwissenschaft seiner Bestimmung zu übergeben.

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Rede des Rektors der Wiener Universität, Prof. Dr. PERNKOPF, zur Eröffnung des Zentralinstituts für Theaterwissenschaft an der Universität Wien.

Es ist mir eine große Freude, heute als Rektor der Universität zu Ihnen zu sprechen und als solcher hier eines besonderen Amtes walten zu können. Ein neues Institut, das der Universität angegliedert sein soll, zu eröffnen und es in die Obhut der Universität aufnehmen zu können, wird wohl eine der schönsten Aufgaben sein, die der Funktion eines Rektors gestellt sind. Sie wird mir eine besondere Ehre und Freude schon allein deswegen bereiten, da sie in den Anfang meines Rektorats fällt und eine der ersten Handlungen ist, die ich in der Öffentlichkeit als Rektor der Universität vollziehen kann. Wenn ich auch als Mann der Wissenschaft ein Vertreter der Naturwissenschaft bin und es den Anschein hat, als ob ich Ihrem Gebiete ziemlich fernstehen würde, so darf ich doch gleich hier aus meiner persönlichen Einstellung heraus zur Eröffnung des Instituts eine Feststellung machen: jeder kunstsinnige Mensch hat ohne Zweifel wohl auch den Drang in sich, die von ihm geliebte Kunstform in besonderer Weise zu verstehen und ihr soweit als möglich auch wissenschaftlich nahezukommen. Es ist also nur selbstverständlich, daß Wien als kunstsinnige Stadt, die das Theater besonders pflegt, daß in besonderem auch die Wiener Universität gerade die Eröffnung eines theaterwissenschaftlichen Instituts besonders herzlich begrüßen wird. Ich darf aber gleich aus dieser meiner persönlichen Einstellung heraus, aus meiner Liebe zur Kunst und zum Theater, weiter betonen, daß die Universität, auch unter meiner Führung, sich gerade dieses von unserem neuen Institut vertretenen Gebietes der Kunstwissenschaften, das in der letzten Zeit einen so hervorragenden Aufschwung genommen und gerade in der nichtwissenschaftlichen Welt ein so begreifliches Interesse, aber auch Verständnis finden wird, in jeder nur notwendigen Weise annehmen und alles tun wird, um dieses Gebiet in der gebührenden Weise pflegen zu können. Die Universität Wien wird jedoch die Eröffnung eines besonderen kunstwissen

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11 schaftlichen Instituts, des Instituts für Theaterwissenschaft, das mit seinen speziellen Aufgaben in erster Linie die äußere Erscheinung und die äußeren Mittel einer bestimmten Kunstform zum Gegenstand seiner wissenschaftlichen Untersuchungen übernimmt, im weiteren aber auch mit seinen wissenschaftlichen Kräften die verschiedenen Grundlagen jeder theatralischen Kunst, die inneren Formen und Arten des dramatischen Bühnengeschehens, historisch und ästhetisch zu betrachten und zu beurteilen haben wird, ganz besonders deswegen herzlich begrüßen, da sich damit der Kreis ihrer kunstwissenschaftlichen Institute in hervorragender Weise erweitert, neue Zusammenhänge eröffnet und neue Möglichkeiten der Universität gegeben werden, um eben auch in diesen besonderen, kunstwissenschaftlichen Dingen von offizieller, d. h. berufener Stelle aus mitarbeiten und mitberaten zu können.

So darf ich gleich anfangs den staatlichen Behörden für die Gründung dieses Instituts den besonderen Dank der Universität, aber auch die Bitte aussprechen, daß sie auch weiterhin diesem jungen Kind unserer Alma mater in seiner Entwicklung ihre notwendige Unterstützung und Hilfe schenken. Ich darf aber auch gleich begründen, warum dieses neue Institut, dessen Eröffnung in die schwere Zeit eines großen Krieges fällt, für uns und unsere Universität eine besondere Bedeutung besitzen wird: Wien, als eine Stadt der Kunst, hat ohne Zweifel mit seinen kürstlerischen, schöpferischen und reproduzierenden Kräften eine besondere Vergangenheit, wie wir aber glauben, auch eine große Zukunft vor sich. Wien ist eine alte Theaterstadt, und ich glaube nicht zu viel zu sagen, wenn ich behaupte, daß Wien gerade in Fragen des Theaters in der Schaffung neuer Ideen hier führend vorangegangen ist, in vielem neue Wege eingeschlagen hat, ja eine Zeitlang sogar in Deutschland in den verschiedensten Formen des Theaters, besonders auf dem Gebiete der heiteren Muse, tonangebend gewesen ist, die sich dann von hier über die ganze Welt verbreitet haben. So glaube ich, ist auch Wien der richtige Boden, um hier ein neues wissenschaftliches Institut aus der Taufe zu heben und der Universität Wien ein Institut anzugliedern, das die Aufgabe hat, sich mit den Fragen des Theaters und mit allem, was mit dem Theater zusammenhängt, wissenschaftlich zu beschäftigen. Soll nun dieses Institut gewissermaßen der Vorort der gesamten deutschen Theaterwissenschaft werden, von dem aus zentral diese Wissenschaft geleitet und geführt werden kann, so glaube ich aus eben diesem Grunde sagen zu dürfen, daß Wien dem Institut eine glückliche Entwicklung versprechen kann und ohne Zweifel alle äußeren Bedingungen für diese Entwicklung mit sich bringt. Daß unsere

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12 lokalen Behörden diesem neuen Institut ein so schönes Heim gegeben haben, dafür glaube ich im Namen der Universität besonders danken zu müssen.

Die Leitung dieses Zentralinstituts für Theaterwissenschaft ist nun Ihnen, Herr Prof. Kindermann, übergeben worden. Ich glaube, daß wir auch dafür dem Ministerium besonders danken müssen. Die Wahl und Berufung hätte keine bessere sein können. Sie haben hier in Wien lange vor Ihrer Berufung in das Altreich an der Wiener Universität gelehrt und kennen die Verhältnisse der Kunst und besonders des Theaters auf das beste und sind nach der Meinung der Universität der Mann, der dieses Institut auf seinem jungen Weg am besten führen wird. Ich darf Sie hier im Namen der Universität herzlich als Direktor des neuen Instituts begrüßen und Sie versichern, daß die Universität in Ihnen die Persönlichkeit sieht, der die Leitung dieses Instituts voller Vertrauen übergeben werden kann.

Und nun sei es mir noch erlaubt, einige allgemeine Worte zur Eröffnung des Instituts zu sprechen, Worte, die mir als einem Freunde Ihrer Kunst und als Rektor einer Universität, die für die Wissenschaft der Kunst immer ein besonderes Interesse bewiesen hat, am Herzen liegen werden. Wenn sich die Wissenschaft als eine erkennende Kraft des Geistes in der Untersuchung der Kunst als einer anderen schöpferischen Kraft des Geistes gewissermaßen mit ihrem Gegenpol beschäftigt, so sind ihr mannigfache Möglichkeiten gegeben, in denen sie hier erkennend vorgehen kann. Sie wird ganz im allgemeinen vorerst die Grundlagen dessen zu erforschen haben, was als schön in der Kunst zu gelten hat, in welcher Weise die Kunst auf uns und unser Gefühl wirkt und welche formalen und materiellen Mittel der Kunst gegeben sind, um schließlich aus dem Gefühl des Schönen in das des Erhabenen hinüberzuführen. Gliedert sich jedoch auch die Kunst nach den Bedingungen unserer sinnlichen Anschauung und spricht sich auch in jeder Art der Kunst der Drang aus, das Ganze des Lebens in ihrer besonderen Darstellungsform wiederzugeben und so der künstlerischen, idealen Erfassung des Wesens unserer Wirklichkeit und unseres Seins näherzukommen, so kommt doch der Kunstform des Theaters in gewisser Hinsicht eine überragende und verbindende Stellung zu: ist, rein formal betrachtet und beurteilt, in der sinnlichen Wahrnehmung die Architektur Rhythmus des Räumlichen und als solche vor allem den künstlerischen Gesetzen des Raumes unterworfen, Musik als innerster Ausdruck des Willens Rhythmus des Zeitlichen, und suchen diese beiden Kunstformen letzten Endes in der Erweckung des erhabenen Gefühles dem un

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Der kleine Bibliothekssaal (Charlotte-Wolter-Raum)

Ganzseitige Fotografie des ehemaligen kleinen Bibliothekssaals (Charlotte-Wolter-Raum) in der Wiener Hofburg.
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Der Ausstellungssaal (Schreyvogel-Raum)

Ganzseitige Fotografie des ehemaligen Ausstellungssaals (Schreyvogel-Raum) in der Wiener Hofburg.
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13 endlichen Räumlichen und Zeitlichen als dem Ewigen nahezukommen, so vereint eben das Theater schon in seiner einfachsten Form der Entstehung, in der Form des Tanzes, als im Rhythmus der Bewegung, raumzeitliches Geschehen in einem; ist schließlich das Theater als Kunstform, also formal genommen, im Ablauf der durch Kausalität und Finalität verknüpften Handlung auch gleichzeitig Rhythmus dieses Geschehens, spiegelt so die auf der Bühne ablaufende Dramatik in diesem Rhythmus das ganze Lebensgeschehen wider, um so in einem und zugleich in allen Möglichkeiten unserer sinnlichen Wahrnehmung auf uns zu wirken und mit der ganzen Mannigfaltigkeit der Lebenswiedergabe das Gefühl der Schönheit und Erhabenheit zu erwecken. Damit glaube ich gesagt zu haben, daß aus diesem Grunde die Kunst des Theaters innerhalb der wissenschaftlichen Betrachtung von diesem Standpunkt aus auch einem Institut für Theaterwissenschaft schon deswegen eine ganz besondere Bedeutung zukommen wird, da eine solche Betrachtung sowohl formal wie materialmäßig auch die einfacheren Kunstformen des Raumes, der Zeit, wie die der reinen Bewegung berücksichtigen wird müssen; sie wird aber im weiteren alles, was die Mannigfaltigkeit des Lebens an Erscheinung darbieten und im Theater zur Darstellung kommen kann, in ihre wissenschaftliche Beurteilung, in ihre Lehre und Forschung hineinnehmen müssen, will sie zu einem wissenschaftlichen Verständnis ihrer bühnenmäßigen Anwendung, der Regieführung, des Szenariums, der Ausstattung und der effektvollen, künstlerischen Darstellung vordringen. Damit wird die Theaterwissenschaft umfassend, also eine Wissenschaft besonderen Umfanges, die im Zusammenhang mit anderen kunst- und volkskundlichen Wissenschaften das Leben des einzelnen, Sitten und Gebräuche der Völker, Eigenheiten der Stile und Moden natürlich nur in Hinsicht auf die künstlerische Darstellung, auf die Forderungen des Theaters zu erforschen und zu ergründen hat.

Was aber unser Institut der Theaterwissenschaft noch im besonderen zu leisten hat, das glaube ich noch im folgenden sagen zu können: durch derartige kunstwissenschaftliche Institute soll und kann eine lebensvolle Beziehung zwischen Kunst und Wissenschaft insbesondere auch dadurch hergestellt werden, daß diese Institute mit der ausübenden Kunst selbst in eine besondere Verbindung treten, Seminarbetriebe eröffnen, in denen nicht bloß theoretisch interessierte, forschende Kräfte arbeiten, sondern auch Schüler der ausübenden Kunst lernen können, um durch eine wissenschaftliche Ausbildung auch in ihrer Qualität als Künstler die notwendige Erfahrung zu vertiefen. Nicht bloß der Dramaturg

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und der Kunstbetrachter, auch der junge, ausübende und darstellende Künstler, der angehende Regisseur wird seine Kunst mit anderen Augen betrachten, wenn er auch gleichzeitig in die wissenschaftliche Betrachtung seiner Kunstform eingeführt wird, die Mittel seiner Kunstform von der wissenschaftlichen Seite her und die von ihm darzustellende, etwa historische Vergangenheit in der wahrheitsgetreuen Überlieferung der Wissenschaft kennenlernt. Hier können sich Theorie und Praxis, erkennende Wissenschaft und ausübende Kunst in schöner Weise miteinander verbinden, kann aber auch gleichzeitig in einem solchen kunstwissenschaftlichen Institut ein Forum geschaffen werden, das auch in anderer Hinsicht vorangehen kann: dem jungen, schöpferisch arbeitenden Künstler ist so auch eine wissenschaftliche Stelle gegeben, an der er nicht bloß arbeiten und lernen, vielmehr auch sein junges Werk einer ersten kritischen Beurteilung übergeben kann, bevor er in die Öffentlichkeit tritt. Mögen gerade in diesem Punkt unsere wissenschaftlichen Kunstinstitute sich bemühen, unseren jungen schöpferischen, aber noch unbekannten Kräfte die Wege zu ebnen, die allzu häufig durch ungünstige äußere Umstände verschlossen erscheinen und nur schwer in glücklicher und rascher Weise zu beschreiten sind. Damit scheinen mir Kunst und Wissenschaft in besonderer und schönster Weise zusammenzuarbeiten.

Ich darf nun am Schlusse meiner Ausführungen den Akt vornehmen, weswegen wir heute zusammengekommen sind.

Im Auftrage der Universität eröffne ich nun das neue Institut und übernehme es in die Obhut der Universität. Ich begrüße Sie, Herr Prof. Kindermann, als Direktor des Instituts und bitte alle berufenen Stellen, vor allem das Amt des Herrn Kurators, an diesem Institut, als einem jungen Kinde unserer Alma mater, besonderen Anteil nehmen zu wollen und es in jeder Weise zu unterstützen, so wie wir es von seiten der Führung der Universität versprechen.

Damit erkläre ich das Institut für eröffnet.

Druck von Adolf Holzhausens Nfg., Wien.