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Digitale Edition Rundbriefe des Zentralinstitutes für Theaterwissenschaft an der Universität Wien 1943-45 1

… erinnern, an der ich genügend lange allernächsten Arbeitseinblick nehmen konnte. Was diese Bühne auch noch in ihren heutigen Auswirkungen für unser Theaterleben bedeutet, das müßte Gegenstand einer umfassenden Behandlung der Theaterwissenschaft werden. Dort, am Düsseldorfer Schauspielhause, war das Kunstwerk – wir sehen von der oft notgedrungenen Wahl mancher Stücke ab – nicht nur Gelegenheit oder Anlaß für irgendwelche geschäftliche oder kunsttechnische Auslebung, sondern Selbstzweck der Darstellungskunst. Man diente dort, das darf man sagen. Und der Erfolg dieses Dienens wurde weithin maßgebend für die Theaterkunst der damaligen Zeit. Der Dichter war dort nicht die unbequeme Begleiterscheinung seines Werkes, sondern ein gebetener Mitarbeiter bei dessen Ausgestaltung; sein Gestaltungswille blieb maßgebend. Oft ging es um einzelne Worte, um kleinste Züge der szenischen Situation, um Farbe und Machart eines Kostüms, um eine Kleinigkeit des Bühnenbildes – immer war die Wirkungsabsicht des Dichters das Bestimmende und hat sich durchgesetzt, entschieden und energisch unterstützt von der geistigen und praktischen Gestalterin dieser im Theaterleben einflußreichsten Bühne des deutschen Westens. Nur ein Beispiel, hinter dem ein bedeutendes bildnerisches Erlebnis steht, sei der jungen Generation damit gegeben.…

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